Operative KI statt PowerPoint-Theater
Wir haben in den letzten Monaten mit vielen Geschäftsführern und Vertriebsleitern gesprochen. Das Bild ist fast überall gleich: Ein ChatGPT-Account ist vorhanden, oft auch ein „KI-Projekt" — aber der ROI bleibt aus.
Der Grund ist meist dieselbe Schleife: Ein Tool wird eingeführt, ein Use Case formuliert, eine Präsentation gehalten — und danach passiert nichts mehr.
Bei uns im Haus arbeiten dagegen drei KI-Anwendungen, die operativ tatsächlich Wirkung zeigen. Wir nennen sie gerade deshalb, weil sie unspektakulär sind:
1. Tourenplanung. Aus einer Excel-Aufgabe von mehreren Stunden pro Woche wurde ein Algorithmus, der in 90 Sekunden eine bessere Lösung liefert als unser bester Disponent — nicht unbedingt „schöner", aber besser bei Fahrtweg (und damit Umweltbilanz) und Auslastung.
2. Aktions-Scoring. Statt wöchentlicher Berichte aus dem Feld bewertet eine KI jede Filiale stündlich. Schwache Standorte werden in wenigen Stunden eskaliert — nicht erst nach sieben Tagen.
3. Bildauswertung. Eine KI prüft Fotos von Displays und Zweitplatzierungen automatisch. Was früher Stichprobe war, ist heute Vollerhebung.
Was die drei gemeinsam haben? Keine davon würde man auf eine Bühne stellen. Aber sie haben etwas, das den Hype-Tools fehlt: Sie laufen seit Monaten. Jeden Tag. Ohne dass jemand sie „KI-Projekt" nennt.
Vielleicht ist das die ehrlichste Definition von operativer KI: Man merkt nicht mehr, dass sie da ist — würde sie aber nicht mehr abschalten.
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